TYPO3 MULTISHOP
Kita Breyer Vogelnest
 

Kindertagesstätte Breyer Vogelnest
Hinter der Kirche 4
56321 Brey
Tel. 02628/3889
Leitungkitabrey.de   

http://kitabreyervogelnest.wordpress.com/

Grundschule Brey
 

Schulstraße 1a

56321 Brey
Rektor(in):

Tel. 02628 - 2268

gsbreygmx.de

 

Die Breyer Schule

Seit 1818, also fast 200 Jahre, gibt es in Brey eine öffentliche Schule. Aber bereits vorher existierte im Ort eine kleine Privatschule, die in einem kleinen Häuschen „Auf der Brück“ untergebracht war. Dieses kleine Gebäude stand noch bis Ende der 1960er Jahre dort, wo heute ein Mehrfamilienhaus steht. Viele Breyer kennen noch das „Schoors Häusche“, das u.a. als Ziegenstall genutzt wurde. Also in diesem kleinen Raum wurden „Liesel und Peter“ das Lesen und Rechnen beigebracht. Ob der Ausdruck „Du bist dumm wie eine Ziege“ daher stammt, ist nicht überliefert.

 

Wie gesagt, seit 1818 gab es die Öffentliche Schule; sie stand auf dem sogenannten „Müllerplatz“, dort wo heute das Feuerwehrgerätehaus steht. In dem sehr bescheidenen „Rathaus“ der Gemeinde war  ein Schulraum mit vier Reihen Bänken eingerichtet. Vorn stand eine größere Tafel. Mit einem Ofen wurde im Winter geheizt. Jeder Schüler oder Schülerin mussten täglich von zuhause ein Scheid Holz mitbringen. Die Schülerinnen waren nach Beendigung des Unterrichts dazu verpflichtet den Raum, die Bänke und die Tafel zu reinigen.

 

Der Unterricht wurde jeden Tag, auch am Samstag gehalten, von morgens 8.00 Uhr bis mittags 12.00 Uhr. Dann gingen die Kinder nachhause zum Essen und mussten um 1.00 Uhr bis 3.00 Uhr wieder die „Schulbank drücken“. Der Samstagnachmittag war frei.

 

Streng waren damals die Erziehungsmethoden: Körperliche Strafe wurde  mit dem Haselnussstecken oder einem kleinen Seil verrichtet. Den Stecken mussten die Kinder noch selbst für den Lehrer im Wald holen gehen. Schwere „Vergehen“  -was auch immer darunter zu verstehen war- wurden sogar mit einem Freiheitsentzug geahndet. Meist waren es die Jungen, die eine bis mehrere Stunden in den Keller eingesperrt wurden.

 

In dem Rathaus wohnte auch der Lehrer mit seiner Familie in 2 Räumen. Auch der Gemeindebäcker wohnte in dem Haus und musste in einem „Backes“ das Brot für alle Bewohner des Dorfes backen. Beide, Lehrer und Bäcker mussten keine Miete an die Gemeinde zahlen. Der Bäcker bekam sogar zusätzlich am Martinstag einen Taler als Sonderzahlung. Der erste Lehrer hieß Mauer. Er war nicht nur Lehrer, sondern auch noch Küster und gleichzeitig Glöckner in der Kirche.

 

Schulferien gab es auch schon vor 200 Jahren. Aber nicht um sich von den Strapazen der Schule zu erholen, sondern um den Eltern bei der Ernte zu helfen. Es gab jeweils 3 Wochen frei: im Juli/August für die Getreideernte und im Oktober für die Kartoffelernte.

 

So gestaltete sich viele Jahre das Schulleben in Brey. Etwa 80 Jahre später geschah eine große Katastrophe. In der Nacht vom 22. auf den 23. Januar 1894 brach auf unbekannte Weise auf dem Speicher der Schule ein Feuer aus, das das Haus in Schutt und Asche legte. Die Bewohner, also der Lehrer und der Bäcker mit Familien konnten gerettet werden.

 

Von diesem Schulhausbrand gibt es eine Anekdote, die zum Schmunzeln anregt:

Der kleine Friedrich, ein etwa 9 Jahre alter Bub, wurde von seiner Mutter morgens geweckt, die ihm dann sagte, dass heute keine Schule sei, weil in der Nacht die Schule abgebrannt sei. Kein Ausdruck von Traurigkeit bemerkte die Mutter bei Klein-Friedrich. Seine erste Frage lautete: „Mama ist denn der Lehrer auch mit abgebrannt?“. Die Mutter musste die Frage verneinen, was offenbar die Freude über den Schulbrand bei Friedrich etwas dämpfte.

 

Vorübergehend zog man mit der Schule dann in ein Wirtshaus, nämlich in die Alte Weinstube, die im Obergeschoß ein kleines Sälchen hatte. Gleichzeitig wurde auf einem großen Grundstück im Unterdorf, das die Gemeinde schon ein paar Jahre vorher gekauft hatte, eine neue Schule gebaut, die auch heute noch die Grundschule von Brey beheimatet. Der erste Spatenstich erfolgte schon am 25. Juli 1894, also vor etwa 120 Jahren. Auf dem Grundstück wurden 3 Ziegelöfen errichtet, mit denen dann die Ziegelsteine gebrannt wurden (sogenannter Feldbrand). Der Lehm, der für die Steine benötigt wurde, stammt vom Aushub des Kellers. Die Handwerker aus Brey und Rhens, die die Schule gebaut haben, haben das mit großem Tempo und viel Fleiß getan, so dass die Kinder schon ein Jahr später in die neue Schule einziehen konnten.

 

1966 hat dann die Gemeinde den Erweiterungsbau der Schule vorgenommen. Die Kosten hierfür betrugen etwa 500.000,--DM. Seit dem aber hat die Gemeinde Brey immer wieder viel Geld für Modernisierungen und Renovierungen in die Schule investiert. Sie ist nach wie vor Träger der Schule und alle Gemeindepolitiker werden sich dafür einsetzen, dass nicht nur die Kirche im Dorf bleibt, sondern auch die Schule.

  

Brey, im Januar 2014

Werner Müller